Archiv der Kategorie: Bürgermeister

Bürgermeister

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Georg Lanzenberger

Zur Person                                     

Georg Lanzenberger wurde 1897 als fünftes Kind von August Lanzenberger und Maria, geb. Huber geboren. Sein Vater, Gastwirt und Metzgermeister war Bürgermeister in Glonn von 1899 bis 1912. Mit 17 Jahren, kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs will Georg Lanzenberger nach Südamerika reisen oder auswandern, zusammen mit Karl Koller. Sie werden vom Ausbruch des Krieges überrascht und während Karl Koller zurück nach Deutschland reist, wird Georg Lanzenberger während des krieges in England interniert. Im Lager beginnt er zu malen und lernt dort auch von anderen internierten Künstlern.

1919 beginnt er ein vierjähriges künstlerisches Studium an der Staatsschule für angewandte Kunst. 1932 heiratet Georg Lanzenberger und zieht mit seiner Frau von München wieder nach Glonn. Er wohnt zur Miete in der Filzen, dem ehemaligen Forstmeisterhaus.

Bis zur Machtergreifung ist Georg Lanzenberger in Glonn nicht politisch aktiv, zumindest gibt es keine berichte darüber. Am 1.5.1933 trat er als Parteimitglied Nr. 1927782 in die NSDAP ein. An diesem Tag wurde auch die Zusammensetzung des Gemeinderates neu geregelt. Nach dem dann folgenden Parteienverbot und endgültiger Gleichschaltung wurden neue Gemeinderatsmitglieder von der Kreisleitung bestimmt. Noch war der 1930 gewählte Bürgermeister Ludwig Mayer im Amt, aber nach seinem Rücktritt “aus Gesundheitsgründen” bestimmte die Kreisleitung Georg Lanzenberger zum neuen Bürgermeister.

Georg Lanzenberger war Bürgermeister während des Nationalsozialismus. Mit dem Einmarsch der Amerikaner am 1.5.1945 wurde Lanzenberger verhaftet und interniert. 1948 wurde er entlassen und im Spruchkammerverfahren zunächst als Minderbelasteter und dann als Mitläufer eingestuft. 
Er erwarb das Haus in der Filzen und lebte dort als Maler bis zu seinem Tod 1989.

Lanzenbergers Rolle in Glonn als Bürgermeister während der Zeit des Nationalsozialismus wird in dieser kurzen biographischen Notiz nicht erörtert.

Hans Obermair hat sich in zwei gründlich recherchierten Arbeiten mit der Zeit des Nationalsozialismus in Glonn und mit der Biographie des Malers Georg Lanzenberger auseinandergesetzt:

©Hans Obermair; Glonn 1933-1945, Selbstverlag;
Restexemplare bitte  im Archiv nachfragen
©Hans Obermair: Maler und Bürgermeister Georg Lanzenberger;
Kopien bitte im Archiv nachfragen

Im Zuge der Digitalisierung bemüht sich das Archiv des Marktes Glonn seine Bestände und Findbücher zugänglich zu machen, sodass jede/jeder Interessierte sich anhand von Dokumenten aus der Zeit sich ein Bild machen kann.

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Ludwig Mayer – “Neuwirt”

Zur Person             Aus der Amtszeit              Nachruf /Sterbebild                   Bilder

Ludwig Mayer, “Neuwirt”, 1890-1977

Ludwig Mayer wurde  am 31.12.1890 als 6. Kind der Eltern Magdalena Dichtl und Josef Mayer geboren.Er wäre gerne Berufsmusiker geworden, musste aber nach der Heimkehr aus dem ersten Weltkrieg und dem frühen Tod des Vaters (1914), die elterliche Gaststätte, den “Neuwirt” übernehmen. Der Musik blieb er sein Lebenlang treu, er gründete ein Haus-Salon-Orchester, wirkte im Kichenchor mit,veranstaltete Konzerte und beherbergte im “Neuwirt” berühmte Musiker wie den Komponisten Prof.Bialas. Am 3.10.1977 ist er in Glonn gestorben.

 

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Aus der Amtszeit

Nach den Wahlen am 8.12.1929 löste Ludwig Mayer 1930 Josef Meßner ab. Er trat als Kandidat der Liste”Einigung” aus BVP und Bauern- und Mittelstand zur Wahl an . Seine Gegenkandidaten waren Josef Altinger und  sein Vorgänger Josef Meßner.Das wichtigste Projekt seiner kurzen Amtszeit war der Bau des Rathauses am Marktplatz anstelle des alten “Surauerhauses”und die Einführung eines Glonner Wappens mit Forelle und Mühlrad.

Nach der Machtergreifung lösten die Nationalsozialisten zum 1.4.1933 den Gemeinderat auf und bestimmten die Angleichung der Gemeinderatssitze an die Ergebnisse der Reichtagswahl vom 5.3.1933. Ludwig Mayer blieb Bürgermeister, bis er am 8.9.1933 aus “Gesundheitsgründen” zurücktrat, eher wahrscheinlich ist, dass er zum Rücktritt gedrängt wurde, da er bis dahin noch nicht in die Partei eingetreten war. Auch der zweite Bürgermeister, August Lanzenberger trat zurück. Am 8.9.1933 wurde dessen Bruder,der Kunstmaler Georg Lanzenberger zum ersten und Franz-Sales Maier zum zweiten Bürgermeister gewählt. 

Fast alle Gemeinderatsmirglieder mussten spätestens zu diesem Zeitpunkt ihr Amt wegen des inzwischen eingetretenen Parteienverbots abgeben und es wurden von der Kreisleitung 9 neue Gemeinderäte bestimmt.

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Nachruf/Sterbebild

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Bilder

Familie Ludwig und Maria Mayer, geb. Winhart mit ihren Kindern und einer Angestellten vor dem “Neuwirt”, etwa 1925  

Im Lazarett Zinneberg bei einer Aufführung “Heimatklänge”, drei Herren mit Mandoline, Klavier und rechts Ludwig Mayer mit Geige, 1917

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Josef Meßner

Zur Person                       Aus der Amtszeit                     Nachruf                        Bilder

Joseph Meßner
Bürgermeister 1919-1930

Josef Meßner wurde 1867 als Sohn des Malers und Vergolders Peter Meßner in Glonn geboren. Sein Onkel war der früh an einer Bleivergiftung verstorbene Kirchenmaler Magus Meßner. Josef Meßner übernahm nach dem ebenfalls frühen Tod seines Bruders (auch Kirchenmaler) das Anwesen am Marktplatz und richtete etwa 1891 eine Schlosserwerkstatt ein. Mit seiner Frau Therese, geb. Zitzelsberger hatte er vier Kinder: Berta, Hedwig, Maria und Josef. Er starb 1952 in Glonn.

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Aus der Amtszeit

Am 6.6.1919 fanden die ersten Wahlen im jungen Freistaat Bayern nach dem Ende der Monarchie statt. Zum ersten Mal hatten alle Männer und Frauen ab 21 Jahren das aktiver und passive Wahlrecht. Der Gemeinderat umfasste wie bisher 12 Gemeinderäte und den 1.Bürgermeister.

In Glonn gab es bei 1652 Einwohnern 944 Wahlberechtigte, davon 464 Männer und 480 Frauen. Zur Abstimmung gingen 550 Personen, davon 285 Männer und 265 Frauen. Zum ersten Mal kandidierte auch eine Frau als Bürgermeisterin: Creszenz Lechner, die Ehefrau des Zimmerers Florian Lechner. Die anderen Kandidaten waren Nikolaus Niedermair (Bauernbund) und  Joseph Landthaler (BVP). Joseph Meßner trat für die Sozialdemokraten an und erhielt 317 Stimmen. Mit der Liste “Einigkeit” traten alle Bewerber um den Gemeinderat gemeinsam an.

Bei der nächsten Wahl am 7.12.1924 traten als Bürgermeisterkandidaten Joseph Meßner und Johann Kiermair an. Mit 456 Stimmen von 765 abgegebenen Stimmen wurde Joseph Meßner wiedergewählt. Die Gemeinderatskandidaten traten, wie schon 1919, auf einer gemeinsamen Liste an.

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Nachruf/Sterbebild

 

Bilder

Familie Joseph und Therese Meßner mit den Kindern Berta(+1892), Hedwig(*1898) und Maria (*1907), etwa 1910

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August Lanzenberger

Zur Person                       Aus der Amtszeit                   Nachruf                            Bilder

August Lanzenberger *1863+1912
Bürgermeister von 1899-1912

 August Lanzenberger wurde  am 10.11.1863 als Braumeisterssohn in Beyharting geboren.
Er starb am 8.1.1912 mit nur 49 Jahren in Glonn.

August Lanzenberger war Metzger, das Bürgerrecht in Glonn erwarb er am 3.3 1885, um dann am 23.3.1885 Maria Gruber aus Siegertsbrunn zu heiraten und sich in Glonn niederzulassen.

Damit legitimierten sie das erstgeborene, uneheliche Kind und bekamen weitere 6 Kinder, von denen (nur) eines im Kindesalter starb.

1873 hatte sein Vater Anton Lanzenberger das Anwesen Hs.Nr.4 gekauft, das Gasthaus Mühllehner; 1898 kaufte August  das Nachbaranwesen dazu, riss beide Gebäude ab und an deren Stelle entstand das heutige Gebäude,  das “Gasthaus Lanzenberger”.

1899 wurde er zum Glonner Bürgermeister gewählt und behielt dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1912.  

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Aus der Amtszeit

August Lanzenbergers Amtszeit während der “Prinzregentzenzeit” war durch sich stetig vermehrenden Wohlstand und technischen Fortschritt auch auf dem Lande gekennzeichnet. Die  Lokalbahn,  5 Jahre vor seinem Amtsantritt gebaut, verband Glonn nun endlich nicht nur bei schönem Wetter mit Grafing, Ebersberg und München und wurde rege genutzt.

Auch die Sommerfrischler und Ausflügler aus München begannen sich für Glonn und seine schöne Landschaft zu interessieren – der Verschönerungsverein gab 1908 den ersten Prospekt heraus. Zu den um die Jahrhundertwende gegründeten Vereinen kamen immer noch neue hinzu, das bürgerschafltiche Engagement belebte die dörfliche Gesellschaft. Die Elektrifizierung schritt voran, schon 1904 wurden die 15 Straßenlaternen auf elektrischen Betrieb umgestellt. Im Jahr 1901 erhielt der aufstrebende Ort das Recht, sich “Markt Glonn” zu nennen.

Glonn war mit rund 1600 Einwohnern immer noch der zweitgrößte Ort im Landkreis nach Ebersberg und es sollte noch bis nach dem Zweiten Weltkrtieg dauern, bis sich das änderte. 

Zwei große Bauprojekte in Lanzenbergers Amtszeit waren ein neues Feuerwehrhaus in der heutigen Wolfgang-Wagner-Straße und das Mädchenschulhaus.

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Nachruf     

 

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Bilder

oben: der alte Gasthof Lanzenberger wurde 1898 abgerissen und neu aufgebaut.

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Sebastian Türk 1843-1917

Zur Person                       Aus der Amtszeit                        Bilder

Sebastian Türk
Bürgermeister 1887-1899

Sebastian Türk wurde 20. Januar 1843 in Zöschingen im Allgäu geboren. In den Jahren 1866 bis 1871 war er Soldat und liess sich danach in Glonn nieder. 1874 trug er federführend zur Gründung des Veteranenvereins in Glonn bei und wurde zum 2.Vorstand gewählt. Im Jahr 1885 erwarb er das Anwesen 52 1/7 in der heutigen Feldkirchner Straße 4 und baute die ehemalige Branntweinschänke um zu einer Käserei.1886 erwarb er das Bürger- und Heimatrecht in Glonn für 20 Mark.

Er war verheiratet mit Maria, geb. Reitmair aus Aigen in Niederbayern (1845-1925), die eine 1874 geborene Tochter Therese (1874-1920) mit in die Ehe brachte.

1887 und 1893 wurde er zum Bürgermeister gewählt und blieb 12 Jahre im Amt bis 1899.

Nach seinem Tod und dem frühen Tod der Tochter übergab die Witwe Maria Türk den Betrieb an ihre Nichte und deren Mann. Als Maria Türk 1925 starb verkauften die Nachfolger und verließen Glonn.

An Sebastian Türk und seine Familie erinnert heute noch eine  Tafel an der nördlichen Kirchenmauer. 

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Aus der Amtszeit 

Sebastian Türk wurde für zwei Amtszeiten von 1887 bis 1899 ins Bürgermeisteramt gewählt. Obwohl kein gebürtiger Glonner und auch ohne großen Grundbesitz und familiären Einfluss, erwarb er sich offensichtlich schnell großes Ansehen und Vertrauen in der Bevölkerung. Seine Amtszeit fiel in die ersten Jahre der “Prinzregentenzeit”, in der Bayern unter der Regierung des Prinzregenten Luitpold eine Epoche des Friedens, des wirtschaftlichen Aufschwungs und der kulturellen Blüte, aber auch des gesellschaftlichen Wandels erlebte. Auch Glonn erlebte in dieser Zeit wirtschaftliche Stabilität und Aufschwung. Aus dem kleinen Bauerndorf war inzwischen der drittgrößte Ort im Bezirk Ebersberg mit circa 1500 Einwohnern geworden. Fast jedes Handwerk war in Glonn vertreten, die Postkutsche fuhr regelmäßig zur Bahn nach Feldkirchen Westerham, bzw. Grafing, und mehrere Gaststätten, Branntweinschänken und Cafes beherbergten nicht nur Glonner, sondern auch zunehmend auswärtige Gäste.

Das bestimmende Projekt seiner Amtszeit war die Planung und der Bau der Lokalbahn zwischen Grafing und Glonn, die 1894 eröffnet wurde, Mit ihr erhielt Glonn den Anschluss an die Bahnstrecke München-Rosenheim.

Eröffnung der Lokalbahn Glonn-Grafing am 23.5.1894 Bild: Kulturverein Markt Glonn

Im Zuge des Bahnprojekts erhielt Glonn auch die erste gemeindliche Wasserleitung, die, die ausgehend von einer Quelle im Mühlthal das Lokalkrankenhaus  versorgte. Im ersten Jahr schlossen sich auch sechs private Haushalte an die Leitung an. Finanziert wurde der Bau aus den Einnahmen aus dem “Lokal- Malz- und Bieraufschlag”, der in Türks Amtszeit neu eingeführt wurde um vorrangig die Grunderwerbskosten für den Bahnbau zu finanzieren. 

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Bilder

Die Gebetsandenken An Maria Türk+ 1925 und ihre Tochter Therese Türk +1920 und die Gedenktafel in der nördlichen Kirchenmauer in Glonn.

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Johann Beham – “Christlmüller”

Zur Person                       Aus der Amtszeit                        

Johann Beham, “Christlmüller”
Bürgermeister 1881-1887

Johann Beham wurde 1929 als 11.Kind von Matthias Beham und Anna-Maria, geb. Kirmair geboren.
Sein Vater, Zimmerermeister, war von 1821 bis 1928 Ortsvorsteher in Glonn, sein älterer Bruder Mathias von 1866-1869. J1858 heiratete Johann beham in das Schuster Anwesen in Adling (116) ein. Mit seiner Frau Corona, geb. Wagenmüller, hatte er 16 Kinder.

1876 kauften Johann und Corona Beham die Christlmühle, vom Vorbesitzer Sebastian Schlickenrieder und betrieben dort nicht nur Säge, Mühle und Landwirtschaft, sondern auch eine Zimmerei.
Johann Beham starb 1910, sein Sohn Franz-Sales Beham (1874-1946) führte Säge und Mühle weiter.  

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Aus der Amtszeit

Johann Beham war Bürgermeister in Glonn von 1883 bis 1887. Etwa 170 stimmberechtigte Bürger von etwa 1391 Einwohnern wählten am 15. November Bürgermeister, Beigeordneten und 10 Gemeinderäte, sowie 5 Ersatzleute. Am selben Tag bestätigte der “Wahlcommissär” des Königliche Bezirksamt Ebersberg die Wahl von Johann Beham, Müller von Glonn, zum Bürgermeister und Martin Zauner, Bauer in Reinstorf. 

In Behams Amtszeit fällt die Einführung der verpflichtenden Krankenversicherung für Arbeiter und Dienstboten, sowie der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Gemeinde ist zuständig für die Ermittlung und Eingebung und verwaltung der Beiträge. Der Kassier für die neue “Krankenkasse” neben Armen-, Schul-,Friedhofs- und Gemeindekasse ist ist Wolfgang Wagner, Postwirt zu Glonn, ab 1885 der Gastwirt Balthasar Mair. (Mairwirt, später Hochwimmer). Für viele Glonner Handwerksbetriebe war die Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter, oft Söhne oder Brüder) eine Belastung, vor der sie sich in zahlreichen Anträgen beider Gemeinde zu befreien suchten. Für die vielen Taglöhner, Knechte, Mägde, Holzarbeiter etc…war es die Chance bei Krankheit und Arbeitsunfällen nicht mehr abhängig vom Wohlwollen des Dienstherren zu sein. Im Zuge dieser gesellschaftlichen Veränderung beschloß die Gemeinde Glonn auch noch in Behams Amtszeit Krankenzimmer in einem gemeindlichen Gebäude einzurichten, wo die Kranken versorgt werden konnten. Die geplanten Umbaumaßnahmen in einem gemeindeeigenen Haus stiessen aber beim Bezirksamt auf vehemente Ablehung; der bestellte Gutachter schrieb: …”fragliches Gebäude, von Riegelwänden ausgeführt, ist durchaus schadhaft, ja eine förmliche Ruine, und daher die Reparatur dieses Hauses eine gänzlich nutzlose Geldverschwendung…”
1888 wurde dann unter Bürgermeister Sebastian Türk ein Lokalkrankenhaus eröffnet, das den baulichen und hygienischenAnforderungen entsprach. 

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Bilder

Die Christlmühle, Wohnhaus und Mühle vn Westen etwa 1920; Foto:privat

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nikolaus Niedermair – “Heckmoar”

Zur Person                        Aus der Amtszeit                                           Bilder   

Nikolaus Niedermair 1825-1910
Bürgermeister 1869-1881

Nikolaus Niedermair aus Netterndorf heiratete 1863 die Witwe Ursula Mühlthaler und wurde so “Heckmoar” in Hecken. Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor, die beiden ältesten Töchter gingen ins Kloster. Der älteste Sohn Johann Baptist wurde 1909 zum Priester geweiht. Er schrieb als Pfarrer in Epfendorf die erste und auch heute noch lesenswerte Chronik seines Heimatortes Glonn.
Nikolaus Niedermair starb 85jährig, den Hof übernahm der jüngere Sohn Nikolaus Niedermair.

 

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Aus der Amtszeit

Als Nikolaus Niedermair  1869  gewählt wurde, war er der erste der Titel “Bürgermeister” trug. Das Gesetz 29. April 1869 regelte die gemeindordnung neu und reformierte Zuständigkeiten und Wahlprocedere. Den Gemeinden wurde zunehmend mehr Selbstverwaltung zugestanden und die Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeindeverwaltung wuchsen.  Anstelle der bisherigen Staatskuratel (staatliche Vormundschaft) trat die Rechts- und Fachaufsicht im genau definierten eigenen und übertragenen Wirkungskreis. Im eigenen Wirkungskreis erhielten die Gemeinden die Allzuständigkeit. Wichtige Bereiche waren z.B. die Vergabe von Heimat- und Bürgerrechten, die Konzessionsvergabe für Betriebe,   die Armenpflege und die Verwaltung des Gemeindevermögens,  Zum übertragenen Wirkungskreis gehörten z.B. die Ortspolizei.

Aktives und passives Wahlrecht hatten nun alle stimmberechtigten Bürger ab 21 Jahren, ohne Ansicht ihrer Steuerzahlung. Die geheime Wahl hielt ein von der Distriktverwaltung bestellter Wahlkommissär ab, die gewählten benötigten aber immer noch die Zustimmung der Behörde.

 

 

 

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Matthias Beham

Zur Person                       Aus der Amtszeit                                 Bilder

Mathias Beham wurde 1818 als sechstes Kind von Mathias und Anna Beham (Glonn HN 25) geboren. Sein Vater, Malker und Zimmerermeister war von 1821- 1828 Ortsvorsteher von Glonn. Mathias Beham erlernte das Messerschmiedhandwerk und heiratete 1848 Anna Kobelstetter, Erbin des Messerschmied-Anwesens HN 11 (heute Feldkirchener Straße). Die beiden hatten keine Kinder, so dass seine Nichte Elisabeth Beham zur Erbin bestimmt wurde. Mathias Beham starb 1904.

Aus der Amtszeit

1867 hatte Glonn 1367 Einwohner, davon lt.einem Protokoll von 1867 192 stimmfähige Gemeindebürger.
Mathias Beham wurde 1865 zum Ortsvorsteher gewählt, seine Amtzeit endete 1869. Er war der letzte mit dem Titel “Ortsvorsteher”, im Jahr1869 trat eine neue Gemeindeordnung in Kraft, die u.a. die Zuständigkeiten der Landgemeinden und das Wahlrecht reformierte. Das mag auch der Grund für die kurze Amtszeit sein. Einen Hinweis darauf findet sich in den Gemeinderatsprotokollen nicht.  In den Protokollbüchern finden sich für seine Amtszeit 10 Protokolle, die sich überwiegend mit Heimatrechtsverleihung und Verehelichungen beschäftigen. 1867 beschloss die Gemeindeverwaltung eine Feuerspritze anzuschaffen, sowie den Bau eines Feuerhauses. 

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Bilder

Blick auf Glonn über die Feldkirchener Straße. Links das Messerschmied-Anwesen, das an dieser Stelle bereits seit dem 17.Jhd. bestand. ca. 1911

 

 

 

 

 

 

Die Schleifmühle am Kupferbach wurde auch zwei Generationen später noch betrieben. Josef Seidl mit seinen Töchtern Anna und Maria etwa 1935. Foto: Kulturverein

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Bonifaz Gruber

Zur Person                       Aus der Amtszeit                                     Bilder

Bonifaz Gruber, geb. 1805 war Sattlermeister aus Ebersberg. 1832 heiratete er Anna Wäsler, die Tochter des Wiesmüllers und erwarb das Sattleranwesen in Glonn, HN 1(heute:Prof-Lebsche-Straße1). 1855 verkaufte er das Sattleranwesen an einen Sattlergesellen aus Tölz und ließ sich mit inzwischen 8 Kindern im  Melberanwesen, HN 52, nieder.(heute: Feldkirchner Straße 8/Lebsche Haus). 1871 verkaufte er sein Hauss an den Apotheker Clemens Birzer, wohnte dort aber weiterhin als Privatier. Er starb 1881 in Glonn. Seine Frau Anna starb 1896 in Bad Aibling. 

Aus der Amtszeit

Bonifaz Gruber war von 1857 bis 1866 Ortsvorsteher in Glonn. Ds erste Protokoll mit seiner Unterschrift finden wir 1858, das letzte unterzeichnete er im Feb. 1865.Gleich zu Beginn seiner Amtszeit ließ er die gesamtgemeinde einberufen und über die Einführung eines Mehl- und Fleischaufschlöages abzustimmen. Von 190 stimmberechtigten Bürgern waren 118 anwesend, die mehrheitlich dafür stimmten. Gegenüber dem landgericht, dass diese neue Umlage genehmign musste, begründete man die Abgabe mit den Schulkosten, die aus der Schulkasse schon seit mehreren Jahren nicht mehr gedeckt werden konnten. 

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Bilder

Erinnerungstafel in der Friedhofsmauer an Bonifaz Gruber 1808-1881

 

 

 

 

 

 

 

 

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